von Konrad D. Fromm
   

NPD: Schreckschusspolitiker fordern Aufrüstung des Volkes

Es war erwartbar, dass auch die NPD in Mecklenburg-Vorpommern die Vorkommnisse am Kölner Hauptbahnhof für ihre Zwecke instrumentalisieren würde. Auf der „Weltnetzseite“ eines NPD-Kreisverbandes heißt es derzeit „Selbstschutz in Zeiten der ‚Flüchtlings‘-Lawine: Kleinen Waffenschein beantragen!“

Keine Waffen für Nazis!

In gewohnter Manier hetzt die NPD einmal mehr pauschal gegen Ausländer und baut eine Drohkulisse auf, die selbst den Roland-Emmerich-Blockbuster „Independence Day - Resurgence“ später in diesem Jahr blass aussehen lassen könnte.

Wörtlich heißt es bei der NPD:

„Die deutsche Polizei ist nicht in der Lage, für Sicherheit zu sorgen. Das Volk ist auf sich allein gestellt bei der Abwehr plündernder und vergewaltigender Horden, die sich als ‚Flüchtlinge‘ ausgeben.“

Man kann förmlich schon die Staubwolken am Horizont sehen, wie sich Millionen und Abermillionen marodierender Fremder auf den Weg machen, um Mecklenburg-Vorpommern zu verheeren. Der Polizei im Land traut die NPD den Abwehrkampf gegen diese schier übermächtige Invasionsarmee natürlich nicht zu.

Schreckschusspistolen-NPD rüstet zum Abwehrkampf

Doch Hoffnung naht in Form der NPD! Denn die Köster-Truppe präsentiert das Patenrezept gegen „Invasionshorden“ aus allen Himmelsrichtungen. Den kleinen Waffenschein! Diesen benötigt man in Deutschland, um eine Schreckschusswaffe in der Öffentlichkeit mit sich zu führen.

Wir können uns schon das große Finale vorstellen, wie die „Volksgenossen“ Seite an Seite stehend sich dem übermächtigen Feinde heldenmütig entgegen werfen, diesen mit ihren Schreckschusswaffen niedermähen und ihm dabei, ihren kleinen Waffenschein hoch haltend, „Ich darf das, ich darf das“ entgegen brüllen – welch wahnwitzige Vision.

Es gibt nur ein kleines Problem auf dem Weg zum großen Glück. Um einen kleinen Waffenschein zu beantragen, muss man ein paar Voraussetzungen erfüllen. So gehört unter anderem zu den Voraussetzungen, dass man nicht vorbestraft sein darf (max. Strafen bis zu 60 Tagessätzen), nicht Drogen- oder Alkoholabhängig sein darf und die körperliche wie geistige Eignung zum Führen einer Schreckschusswaffe besitzt.

Der geneigte Leser wird sich jetzt zu Recht fragen, wer von den Sympathisanten der NPD dann eigentlich noch übrig bleibt? Allein die Tatsache, aufgrund eingebildeter krimineller Horden den kleinen Waffenschein zu beantragen, genügte ja bereits als Grund zur Anzweiflung der geistigen Eignung.

Und wer sich die Teilnehmer einer NPD-Demonstration anschaut, wird schnell feststellen, dass auch die anderen Kriterien zügig zur Ablehnung zahlreicher weiterer Anträge führen dürften. Übrigens würde der kleine Waffenschein an Übergriffen auf Veranstaltungen wie Volksfesten auch nichts ändern. Denn das Führen von Waffen auf öffentlichen Veranstaltungen ist und bleibt auch mit dem kleinen Waffenschein verboten.

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