von Redaktion
   

In eigener Sache: ENDSTATION RECHTS. und Storch Heinar gewinnen „Europäischen Bürgerpreis 2016“

ENDSTATION RECHTS. und „Storch Heinar“ sind zusammen eine von fünf Initiativen, die mit dem Bürgerpreis 2016 des Europäischen Parlamentes ausgezeichnet werden. Die Europaabgeordnete Iris Hoffmann, auf deren Initiative die Nominierung der ehrenamtlichen Projekte aus Mecklenburg-Vorpommern zurückgeht, wird im September in Berlin die Auszeichnung überreichen.

"Nazis den Marsch blasen": Mehr als das Motto von Storch Heinars letztem "Kapellen-Wettstreit" mit jungen Musikern.

ENDSTATION RECHTS./Storch Heinar, SOS MEDITERRANEE, die Vereinigung "Frauen in der Euregio Maas-Rhein", Erwin Vollerthun für die deutsch-polnische Verständigung und das Berufliche Schulzentrum Wurzen mit Gabriele Hertel erhalten in diesem Jahr den Europäischen Bürgerpreis des Europäischen Parlaments.

Eine Jury des Europäischen Parlaments wählte insgesamt 50 Projekte, Initiativen und Einzelpersonen aus, die sich europaweit in besonderer Weise um die Zusammenarbeit und die Förderung der gemeinsamen Werte verdient gemacht haben. Die fünf Bürgerpreis-Träger aus Deutschland werden im September zu der nationalen Preisverleihung im Europäischen Haus in Berlin eingeladen. Die Bürgerpreis-Träger aus allen EU-Staaten werden zudem am 12. und 13. Oktober 2016 bei einer gemeinsamen Feier im Europäischen Parlament in Brüssel geehrt.

"Werte unbeirrt verteidigen, Aufklärungsarbeit leisten"

“Die Initiativen ENDSTATION RECHTS. und Storch Heinar der Jusos engagieren sich seit Jahren ehrenamtlich und sehr erfolgreich gegen rechtsextreme Strukturen und menschenverachtende Ideologien. Offenheit und Toleranz sollten in unserer europäischen Wertegemeinschaft hohe gesellschaftliche Güter sein. Deshalb ist es umso wichtiger, dass es Menschen gibt, die diese Werte unbeirrt verteidigen, Aufklärungsarbeit leisten und fanatisches Gedankengut als solches enttarnen”, sagte Iris Hoffmann.

Julian Barlen, ehrenamtlicher Projektleiter von ENDSTATION RECHTS. und Storch Heinar, ergänzt: „Wir freuen uns sehr über den Bürgerpreis. Viele Menschen engagieren sich in ganz Mecklenburg-Vorpommern freiwillig und mit großer Ausdauer gegen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus. Ihnen allen gilt diese Auszeichnung.“ Insbesondere das Erstarken des Rechtspopulismus in Europa sollte eine Warnung sein. Die grundlegenden demokratischen Werte wie die Universalität der Menschenrechte und das Recht auf eine vielfältige Lebensweise müssten jeden Tag neu verteidigt werden. „Damit der Europäische Geist weiterhin auch in Deutschand weht. Nicht Abwertung und Ausgrenzung  sondern Solidarität und Pluralität machen eine Gesellschaft stark und erfolgreich!“

Das Europäische Parlament verleiht seit dem Jahr 2008 jedes Jahr den Europäischen Bürgerpreis in Form einer Bürgerpreis-Medaille. Ausgezeichnet werden Bürgerinnen und Bürger oder auch Organisationen und Vereine, die die europäischen Werte und die Zusammenarbeit zwischen den Menschen in Europa in herausragender Weise verkörpern und durch ihre Aktivitäten fördern.

Die weiteren vier Bürgerpreis-Träger aus Deutschland

SOS MEDITERRANEE ist eine Bewegung von Bürgern zur Rettung Schiffbrüchiger im Mittelmeer. Als eine humanitäre Gesellschaft ist sie von politischen Parteien und Konfessionen unabhängig und auf den Respekt gegenüber dem Menschen und seiner Würde gegründet. Mit dem Ziel, Menschen von Schiffen in Seenot zu retten, sie medizinisch-psychologisch zu betreuen und über die Realitäten der Fluchtumstände sowohl die Flüchtlinge als auch die Öffentlichkeit zu informieren, leistet SOS MEDITERRANEE einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung und Lösung der aktuellen Flüchtlingssituation in Europa.

Die Vereinigung "Frauen in der Euregio Maas-Rhein" widmet sich den Belangen von Frauen im Gebiet rund um Hasselt, Lüttich, Eupen, Maastricht und Aachen, stets mit der Vision eines sich einigenden Europas. Dabei gilt es, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in den unterschiedlichsten kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Bereichen voranzutreiben. Sich solidarisch zu vereinigen und zu informieren ohne politische und philosophische Vorbehalte, hat bereits im Jahr 1975 zur Gründung der "Frauen in der EMR" geführt. Bis heute ist die Gruppe mit ihrem umfangreichen Jahresprogramm eine der aktivsten in der Grenzregion.

Erwin Vollerthun engagiert sich seit langer Zeit für die deutsch-polnische Völkerverständigung und widmet sich beispiellos dem Wohlergehen der Gemeinde Elbing (Polen), obwohl er aus dem 1200 km entfernten Ort Krumbach kommt. Neben seinem Willen, privat vor Ort persönliche Kontakte mit der Bevölkerung und Organisationen zu pflegen, konnte Erwin Vollerthun in den letzten 15 Jahren etwa 30.000EUR an Spenden für wohltätige Zwecke in Elbing sammeln. Diese kamen u.a. der Stiftung Elbing oder der Caritas Armenküche zu Gute. Für seine Verdienste um die deutsch-polnischen Freundschaft wurde er bereits mit dem Philantropenpreis 2014 der Stiftung Elbing ausgezeichnet.

Das Berufliche Schulzentrum Wurzen führte unter der Leitung von Gabriele Hertel und unter dem Motto "Rappen für die Menschenrechte" im Jahr 2010 mit großem Erfolg ein deutsch-polnisches Schülerbegegnungsprojekt durch. Durch diese und andere Projekte in Europa und Israel vermitteln Gabriele Hertel und ihr Team seit 16 Jahren demokratische Werte. Schülerinnen und Schüler, die sich anfangs in der rechten Szene bewegten, setzten sich mit Teilnehmern aus Polen, Litauen und Israel mit den Menschenrechtsverbrechen im Nationalsozialismus und den Gefahren des Rechtsextremismus heute auseinander.

 

 

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